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Stadtgrün – brauchen wir das?

Stadtparks, Alleen, Balkonpflanzen, Friedhöfe, Kleingärten, Sportflächen, Efeu an Häuserfassaden, Wildwuchs, der versucht sich sein Revier zurückzuerobern. All das sind alltägliche Eindrücke des Lebens in unseren Städten. Oft nehmen wir sie als gegeben hin, als simple Verschönerung zwischen ewigen grauen Gebäuden. Aber steckt dahinter vielleicht sogar eine Struktur, eine gesetzliche Vorgabe oder gar ein Nutzen? Wie wichtig Grün- und Ausgleichsflächen wirklich für ein Leben in der Stadt sind, möchten wir euch in diesem Beitrag genauer erklären.

Deutschland wird immer urbaner. 2020 lebten ca. 32 % der Deutschen in Mittel- und 28 % in Großstädten. Global gesehen lebt bereits die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Tendenz steigend. Forscher gehen davon aus, dass es 2050 sogar zwei Drittel sein werden. Noch eindringlicher lässt sich das in der Verstädterung selbst darstellen: In den Jahren 2012 bis 2015 wurden, laut Umweltbundesamt, durchschnittlich pro Tag 66 Hektar Fläche, also etwa 92 Fußballfelder, meist aus Landwirtschaft oder freier Grünfläche, in Siedlungs- oder Verkehrsfläche umgebaut. Davon wurden wiederum etwa 50% versiegelt, sodass die natürliche Oberfläche keinen oder kaum einen Austausch mit der Umgebung hat.

Der Mensch

Die „Erfindung“ des Stadtgrüns geht auf die Zeit der Industrialisierung zurück. Städte wurden als Produktionsstätten gesehen, man lebte in ihnen, um zu arbeiten und das auf engstem Raum. Begrünte Flächen sollten der Naherholung dienen – und tun es auch noch.

Grünflächen in Städten sind Orte der Begegnung, für sportliche Aktivität oder dienen dem Stressabbau. Bereits bei der kindlichen Entwicklung konnte gezeigt werden, dass das Spielen im Wald oder auf Grünflächen die sozialen Kompetenzen fördert, die Konzentration und Selbstständigkeit und die kognitiven und motorischen Fähigkeiten verbessern kann. Zudem brauchen Kinder Bewegung und dafür ausreichend Raum – Erwachsene aber auch.

Sportliche Aktivitäten, die draußen im Grünen mehr Spaß machen als in einem Fitnessstudio, dem engen Ein-Zimmer-Apartment oder zwischen hupenden Autos, fördern merklich die Gesundheit. Auch bereits ein Spaziergang von 20 Minuten in einer grünen Umgebung soll Stresshormonlevel drastisch senken und die Herzfrequenz regulieren. Zusätzlich kann die Zeit bereits reichen, um ausreichend Sonne zu tanken, um das notwendige Vitamin D wieder aufzufüllen. Ein weiterer gesundheitlicher Aspekt stellt die Ruhe da, die Grünflächen oft innehaben, da besonders hohe Bäume einen Lärmschutz bieten. In einem Alltag, mit ständiger Erreichbarkeit und Bildschirmen, kann die Kombination aus Ruhe und frischer Luft dem Gehirn helfen, all diese Eindrücke zu verarbeiten und zur Ruhe zu kommen. Man denkt wieder klarer, Druck lockert sich, Kreativität wird gesteigert, Stress wird reduziert und die Belastbarkeit wieder erhöht.

Besonders wichtig beim Thema Grünflächen und nicht zu vergessen: Pflanzen helfen Feinstäube und andere Schadstoffe aus der Luft zu filtern. Die Luft ist frischer und besser für die Lunge. Ganz allgemein sind unsere Pflanzen die Lieferanten unseres Sauerstoffs und damit nicht aus unserem Leben wegzudenken. Zudem spenden Bäume Schatten und sorgen durch das Verdunsten des an ihren Wurzeln aufgenommenen Wassers über ihre Blätter für eine natürliche Kühlung. Was besonders in unserer Zeit der Klimakrise und der immer heißer werdenden Sommer eine unbeschreiblich wichtige Fähigkeit darstellt.

Die Natur

Vom Menschen zur Natur:

Wie ergeht es Tier- und Pflanzenarten in Millionenstädten? Es konnte herausgefunden werden, dass im urbanen Raum oft mehr verschiedene Tier- und Pflanzenarten als im unmittelbaren Umland leben, das von großflächiger Landwirtschaft mit industrieller Monokultur geprägt ist. Besonders diese große Vielfalt an Arten unterstützt wiederum die Vielfalt und Verbreitung. Ein Beispiel: Verschiedene Vogelarten präferieren verschiedene Beeren. Ihre Samen werden nicht verdaut, sodass Vögel automatisch bei der Ausbreitung dieser Beeren mithelfen. Hierdurch gibt es für die Vögel mehr zu fressen, wodurch auch mehr Vögel überleben und mehr Nachwuchs möglich ist. Ein Kreislauf. Besonders große Bäume bieten ein Biotop in sich und sind Heimat vieler Tierarten, wie Vögel, Eichhörnchen, Fledermäuse und zahlreiche Insekten.

Und dabei ist es eigentlich überraschend, wie hoch die Vielfalt an Pflanzen in Städten ist. Die meisten, der in Städten vorkommenden Arten, bevorzugen magere, kalkhaltige und nährstoffarme Lebensräume. Genau die sind in überdüngten Agrarregionen nicht zu finden. Dennoch muss auch bei der Auswahl der Stadtpflanzen umgedacht werden: Für viele der heimischen Arten dürfte es in naher Zukunft bald zu heiß und zu trocken in Städten werden. Hierbei geht es besonders um Rosskastanien, Winterlinden und Platanen. Die für sie unpassende Umgebung schwächt sie, weshalb sie zusätzlich noch mit Infektionen, Pilzen, usw. zu kämpfen haben. Mögliche Alternativen sollen hierbei die Silberlinde, die morgenländliche Platane und neue Ahornsorten sein. Neben der Hitze macht auch die Oberflächenverdichtung und der Untergrundausbau den Bäumen zu schaffen. Die Versorgung mit Sauerstoff durch den Oberflächenaustausch, aber auch mit Nährstoffen und Wasser durch, auch noch viel zu selten, fallenden Regen sind stark limitiert. Auch vom vermehrt aufkommendem Starkregen profitieren die Bäume nicht. Der Boden ist zu verdichtet, sodass kaum Wasser aufgenommen werden kann und oberflächlich abfließt. Das Wasser fließt in die Kanalisation und wird so dem Wasserkreislauf der Pflanzen entzogen. Zu allem Übel vermehren sich Stürme, die den Bäumen zusätzlich zu schaffen machen und fortwährende Hundeexkremente, Müll und Streusalz.

Der Klimawandel

Jetzt haben wir sie schon genannt: Unberechenbare Wetterereignisse, die sich in den letzten Jahren, aber auch in der Zukunft, stark vermehren werden. Rekordsommer werden mehr (und das sagen wir, die das Glück haben in einer gemäßigten Klimazone zu leben), Starkregen und damit Überflutungen werden häufiger, der Ozean versauert, Arten sterben. Nicht nur fürs Klima, sondern auch für die Menschen, die in Städten leben, ist Stadtgrün daher nicht mehr weg zu denken. Pflanzen, insbesondere Bäume, filtern unsere verstaubte Luft, sorgen für Abkühlung und bieten eine Heimat für viele weitere Arten. Dennoch bedarf es weiterer Überlegungen und Umdenken, anstatt nur vermehrt Bäume zu pflanzen. Ein Beispiel: Wenn Starkregen zunimmt, können unsere bekannten Kanalisationen derartige Wassermassen nicht mehr fassen. Für Einzelfälle wurden vor Jahren Überlaufbecken eingerichtet. Diese füllen sich aber ebenfalls schnell, sodass das Wasser nur grob gereinigt in Seen und Flüsse abgeleitet wird. Was das wiederum mit unseren Seen und Flüssen macht, würde diesen Artikel sprengen. Eine Prämisse sollte daher sein, anstatt das Wasser schnell aus der Stadt zu bekommen, Oberflächenversiegelungen aufzubrechen, dem Wasser die Möglichkeit geben in den Boden zu gelangen, Sammelbecken vergrößern und sie mit einem Bewässerungssystem für die Pflanzen in den Städten auszustatten. So können mehr Pflanzen wachsen, mehr Wasser wird im Boden und von Pflanzen zwischengespeichert, Städte werden besser gekühlt und die Luft besser gereinigt.

Die Maßnahmen

Die Konkurrenz um Fläche ist groß, da auch Wohnraum bei einer immer stärker wachsenden Weltbevölkerung (und Verstädterung) vermehrt benötigt wird. Jedoch, sowohl das Bundesumweltministerium als auch verschiedene Bundesländer und Großstädte, haben eigene Pläne für einen Natur nahen Städtebau veröffentlicht. Dies sind zwar keine bindenden Verordnungen, sondern lediglich Vorgaben, die, wenn möglich, umgesetzt werden sollen, dennoch ist es ein Schritt in die richtige Richtung.

Vermehrt wird das Begrünen von Dächern und Fassaden eingefordert. Besonders Blüten tragende Pflanzen locken Nektar fressende Insekten an, welche wiederum die Pollen der Pflanzen verteilen und so zu ihrer Verbreitung beitragen. Die Begrünung durch die Einwohner wird sogar in mehreren Städten finanziell unterstützt: Die Stadt Berlin stellt Finanzierungshilfen für das Begrünen der Innenhöfe, Hamburg für das Bepflanzen von Flachdächern. Auch die EU, sowie Bund und Länder unterstützen Städte finanziell, wenn es um Grünflächen geht.

Nun die Fragen: Was kann man als Einzelner tun? Aktiv werden! Nicht für jeden sind politische Aktivität und Petitionen das richtige, und das ist auch nicht verwerflich. Man kann auch im Kleineren viel bewegen. Eine Möglichkeit ist es, teil der Urban-Gardening-Bewegung zu werden. Hierbei werden leerstehende Grundstücke begrünt oder gar Hochbeete für Gemüse gebaut. So unterstützt man nicht nur die Begrünung der Stadt, sondern kann auch nachbarschaftlich handeln. Weitere Möglichkeiten stellen die Bepflanzung des Balkons dar, das Aufhängen von Nistkästen an Hausfassaden, das Anbringen von Hängebeeten an Zäunen, das Säen von Wildblumen, das Aufstellen von Insektenhotels oder Vogelhäuschen. Der Stadtbaum vor deiner Wohnungstür freut sich, wenn du ihn in trockenen Sommermonaten einfach mal gießt. Sollte es eine Kastanie sein, sammele im Herbst herabfallendes Laub auf, um so die Larven der schädlichen Miniermotte zu minimieren.

Quellen

Ein Artikel von Karo Hots

Gartenkräuter und ihre Wirkung

Duftender Lavendel, fleißige Bienen, sprießendes Grün – über Kräuter auf Deiner Fensterbank oder im eigenen Garten freuen sich Insekten ganz besonders. Aber auch Du kannst erheblich von Kräutern profitieren: Deinen Salaten geben sie eine würzige oder erfrischende Note und ganz nebenbei kannst Du sie für Deine natürliche, pflanzliche Apotheke weiterverwenden. Natürlich ersetzen sie bei ernstzunehmenden Krankheiten keinen Besuch beim Arzt, können Dich aber auf dem Weg der Besserung unterstützen. Ob gegen Halsschmerzen, Schlafprobleme oder Husten, jedes Kraut hat seine ganz eigene Superkraft. Wir zeigen Dir, für welche Beschwerden Du welche Pflanze einsetzen kannst und geben Dir nützliche Tipps mit an die Hand.

Echter Salbei

Wirkung: Schon seit über 1.000 Jahren findet man Salbei in den klösterlichen Apothekergärten und als Heilpflanze und Konservierungsmittel verwendet. Seinen Namen trägt er voller Stolz, denn Salbei leitet sich vom lateinischen salvare, also “heilen” ab. Auch heute noch wird Salbei wegen seiner antibakteriellen Wirkung als Naturmittel gegen Halsschmerzen eingesetzt. Die enthaltenen Flavonoide, Bitterstoffe und Gerbstoffe wie Rosmarinsäure lösen Verschleimungen zuverlässig. 

Trocknung: Für noch intensiveres Aroma in Deinen Speisen oder für Salbeitee kannst Du die Blätter unkompliziert an der Luft trocknen. Dafür verteilst Du die trockenen Blätter einzeln auf Zeitungspapier und lässt den Salbei für etwa zehn Tage bei 21 bis 27 Grad Celsius an einem gut durchlüfteten Ort trocknen.

Tipp: Ernte den Salbei nicht nur einmal, sondern gleichmäßig zwischen Mai und August. So reduzierst Du Verholzungen und Ausblühen. Denn vor allem die jungen Triebspitzen enthalten die wirksamen ätherischen Öle und aromatischen Inhaltsstoffen. Aber Achtung: Schneide niemals in den verholzten Teil der Triebe, da dieser sonst nicht erneut austreibt.

Echter Thymian

Wirkung: Mit Thymian machst Du vor allem Bienen eine große Freude, die daraus herrlich würzigen Thymianhonig produzieren. Aber auch Du selbst profitierst von der Pflanze. Thymian gilt als natürliches Antibiotikum und wird bei verschiedenen Atemwegserkrankungen eingesetzt, zum Beispiel Husten, Asthma oder Bronchitis. Bei Zahnfleischentzündungen kann eine Mundspülung aus Thymian und Salbei die Beschwerden lindern. Gib dazu einfach 2 EL (getrockneten) Salbei oder Thymian in eine Tasse heißes Wasser und lasse die Spülung 15 Minuten ziehen. Danach kannst Du die Blätter abseihen und Deine selbstgemachte Mundspülung über den Tag gurgeln und verbrauchen.

Küche: Seine aromatische Note entwickelt Thymian vor allem dann, wenn er mitgekocht oder -geschmort wird. Da Thymian gut zu kräftigem Fleisch passt, ist er perfekt für die Bolognesesoße, über gegrilltem Fisch und in Gemüsesuppen. Merke: Ein mediterranes Gericht kannst Du mit Thymian immer aufpeppen.

Tipp: Schwangere sollten mit Thymian sparsam umgehen und sich vorher ärztlichen Rat holen. Denn: Thymian steht im Verdacht, Wehen auszulösen. Die ätherischen Öle der Pflanze könnten auch zur Entspannung der Gebärmuttermuskulatur beitragen. 

Echte Kamille

Wirkung: Kamille ist das Allroundtalent unter den Kräutern und wird nicht umsonst als ‚Königin der Heilkräuter‘ bezeichnet. Sie zählt zu den beliebtesten Heilpflanzen der Welt und der aus ihr gewonnene Kamillentee ist eine der meistgekauften Teesorten. Die Pflanze wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und krampflösend. Die Blüten können Dir sowohl bei Magen-Darm-Problemen, Erkältungen, Sonnenbrand, Entzündungen der Augen, der Haut und bei Übelkeit Linderung verschaffen. 

Tee: Kamille lässt sich am besten in Form eines Tees weiterverarbeiten: Nimm einen Teelöffel getrocknete Blüten pro Tasse und lasse sie in kochendem Wasser ziehen, bevor Du die Blüten absiebst. Für Hautbeschwerden und Entzündungen kannst Du anschließend einen Umschlag mit dem Tee machen. Sogar bei Menstruationsbeschwerden und Entzündungen im Mund- und Rachenraum kann Kamillentee behilflich sein.

Tipp: Achtung, hier gilt Verwechslungsgefahr mit der giftigen Hundskamille! Bist Du Dir unsicher um was es sich handelt, kannst Du die Blüte vorsichtig der Länge nach halbieren. Bei der Echten Kamille ist das Innere des Blütenbodens hohl. Im Gegensatz dazu ist das Innere der Blüte der  Hundskamille sowie der Falschen Kamille gefüllt und eher flach.

Zitronenmelisse

Wirkung: Schon im Mittelalter wurde Zitronenmelisse unter anderem bei Herzerkrankungen und Melancholie eingesetzt. Da die Pflanze neben ätherischem Öl viele Gerb- und Bitterstoffe sowie Rosmarinsäure enthält, wird ihr eine schlaffördernde, beruhigende und angstlösende Wirkung zugeschrieben. Zitronenmelisse als sogenannter „Herztrost“ kommt bei allen nervösen Störungen, wie etwa Einschlafproblemen oder innerer Unruhe zum Einsatz. In der Volksmedizin wird sie auch gegen Erkältungskrankheiten und Kreislaufschwäche eingesetzt, viele Menschen schwören auch bei Herpes auf die Pflanze. Verabreicht wird Zitronenmelisse meist als Tee oder als Tinktur.

Küche: Frische Melissenblätter verleihen Deinen sommerlichen Salaten zusätzliche Würze. Ihr zitronig-minziges Aroma eignet sich hervorragend zum Aufgießen von Wasser, (Eis-)Tees, Sirupen, Soßen, Marmeladen, Gelees oder Likören. Süßspeisen wie selbstgemachtes Eis oder Sorbet sind mit Zitronenmelisse als Zutat besonders erfrischend.

Tipp: Je später Du die Zitronenmelisse beim Kochen/Garen Deines Gerichts hinzu gibst, desto aromatischer und kräftiger kommt ihr Aroma zum Tragen.

Brennnessel

Wirkung: Brennnesseln kennen viele nur als lästiges Unkraut. Tatsächlich ist die Pflanze aber zur “Heilpflanze des Jahres 2022” gekürt worden. Und das aus gutem Grund: Brennnesseln sind extrem vielseitig einsetzbar. Zu ihren Heilwirkungen gehört beispielsweise die gute Wirksamkeit bei rheumatischen Erkrankungen, Harnwegsinfekten und Nierengrieß, der sich zu Harnsteinen entwickeln kann. Und nicht zu vergessen: Brennnesseln fördern die Durchblutung, welche wiederum den Stoffwechsel anregt und Prostatabeschwerden lindern kann. 

Küche: Brennnesseln eignen sich wunderbar im Pesto, Tee, Salat, Smoothie oder als Spinatersatz. Sie sind sehr nährstoffreich und enthalten neben Mineralien wie Eisen, Magnesium und Kalium sogar mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Damit Du die Brennnesseln ohne Irritationen im Mund genießen kannst, musst Du zuerst die Brennhaare abbrechen. Hier gibt es drei Möglichkeiten: Brennnesseln kurz aufkochen, mit einer Teigrolle über die Brennnesselblätter walzen oder die Blätter pürieren bzw. mixen.

Tipp: Um Brennnesseln zu ernten, verwendest Du am besten robuste Handschuhe. Mit etwas Übung geht es aber auch ohne: Wenn Du die Blätter von unten nach oben streichend pflückst, bleiben die Härchen intakt, die sonst auf der Haut für das typische Brennen sorgen.

Plogging – Joggen mit dem Müllbeutel

Als der Schwede Erik Ahlström das erste Mal mit einem Plastiksack joggen ging, ahnte er nicht, dass er damit einen neuen Sporttrend starten würde: das Plogging. Das ist ein Kofferwort aus “plocka” (schwedisch für aufheben; pflücken) und “jogging”.Es kombiniert folglich Jogging und Müll aufsammeln. Ahlström schlug auch seiner schwedischen Laufgruppe 2016 vor, während des Joggens Abfälle aufzuheben. Seine Mitläufer waren sofort begeistert von der Idee und heute, keine sechs Jahre später, findet man PloggingGruppen auf der ganzen Welt. Kein Wunder, denn Plogging ist ansteckend: Es verbindet das gute Gefühl, etwas für die eigene Gesundheit getan zu haben, mit dem, die Welt ein
bisschen sauberer zu hinterlassen.

Der Vorteil vom Plogging:
Plogging ist wie Jogging ein Ausdauersport, der Herz-KreislaufErkrankungen und Typ II Diabetes vorbeugen kann. So zeigen auch Forschungen von Kardiologen aus Stanford, dass besonders erblich vorbelastete Menschen durch gute Ausdauer und Fitness ihr Risiko für einen Herzinfarkt um 49 Prozent verringern können! Außerdem setzt der Körper beim Joggen Glückshormone frei, sogenannte Endorphine. Laufen macht also nachgewiesen glücklich!

Durch das häufige Hinhocken beim Aufheben von Abfällen kommt beim Plogging aber noch ein weiterer, wichtiger Aspekt hinzu: Es stärkt die Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur. In-die-Knie-gehen, Vorbeugen, Bücken – das alles beansprucht Muskelgruppen am Rücken, Bauch, Gesäß, den Schultern, Armen und Oberschenkeln, die das Ausdauertraining perfekt ergänzen können.

Tipp für Dein optimales Training: Statt Dich nur zu bücken, gehe beim Müll aufsammeln tief in die Hocke und halte den Rücken gerade, um die Oberschenkel- und Gesäßmuskeln optimal zu trainieren. Auch beim Aufrichten sollte die Kraft aus den Beinen kommen.

So geht´s:

  1. Vorbereitung: Alles, was du fürs Plogging brauchst, sind deine Sportkleidung inklusive Laufschuhe und 1–2 Mülltüten. Wir empfehlen dir außerdem, stabile Handschuhe zum Müll aufheben zu verwenden. Hier eignen sich Gartenhandschuhe wunderbar. Fällt dir das Bücken schwer, gibt es Greifzangen, die das Aufheben erleichtern. Alleine ist langweilig? Mittlerweile gibt es einige Plogging-Gruppen in den sozialen Netzwerken, denen du dich anschließen kannst! Oder frag doch mal deine Arbeitskolleg*innen, Freunde oder deine Familie.
  2. Aufwärmen: Wie bei jeder Sportart solltest du dich vor deinem Lauf gut mobilisieren, um Verletzungen zu vermeiden.
  3. Ploggen: Halte beim Joggen die Augen offen: Zigarettenstummel, leere Dosen, Pflandflaschen – du wirst überrascht sein, wie schnell du deinen Müllbeutel voll bekommst! Dafür kannst Du auf unterschiedliche Weise vorgehen:
    • Du sammelst immer da Müll, wo es dich besonders stört oder besonders viel herumliegt.
    • Du sammelst in Intervallen: also beispielsweise immer einen Kilometer laufen, dann etwa drei Minuten sammeln.
  4. Entsorgen: Ist der Beutel voll und die Joggingrunde abgeschlossen, solltest du anschließend deinen Müll fachgerecht in einer Mülltonne mit Deckel entsorgen.

Ähnliche Bewegungen:

Das Gute an der neuen Bewegung: Jeder kann mitmachen. Dafür musst du auch nicht unbedingt joggen gehen! Auch das “Plycling” auf dem Fahrrad, das “Plalking” beim Laufen oder die Gassirunde mit dem Hund eignen sich für eine Runde Müll sammeln.

Bio-Siegel im Vergleich

kann ich vertrauen? Und was genau bedeutet bio eigentlich? Was genau bedeuten “bio” und “öko”? Wer bei Lebensmitteln mit den Begriffen „bio“ oder „öko“ wirbt, der muss die Vorgaben der EG-ÖkoVerordnung erfüllen. Sie regelt, welche Düngemittel, Futtermittel und Pflanzenschutzmittel für ökologischen Landbau zugelassen sind, wie viele Tiere auf wie viel Raum gehalten werden dürfen oder wie viele Zusatzstoffe erlaubt sind. Das unterscheidet die Produkte klar von konventionellen Erzeugnissen. Alle Bio-Siegel müssen diese Anforderungen erfüllen, viele gehen noch darüber hinaus. Aber Achtung, das gilt nur für Lebensmittel! Bei Kosmetik, Körperpflege, Kleidung und Reinigungsmitteln ist nicht klar geregelt, was „bio“ ist und was nicht. In diesem Fall orientierst du dich lieber an anderen Siegeln.

Die Formulierung: Heißt “natürlich” auch bio?

Aufgepasst, hier tricksen die Unternehmen gerne.  Rechtlich geschützt sind nur die Begriffe “öko(logisch)”, “bio(logisch)”, “aus (kontrolliert) ökologischem Anbau” oder “biologisch-dynamisch”. Nicht geschützt hingegen sind Begriffe wie “natürlich“ oder “naturnah“, “naturbelassen”, “unbehandelt“, “schadstoffkontrolliert“, “aus Vertragsanbau“, „aus integriertem Anbau“, “aus umweltschonender Landwirtschaft“ oder „aus Freilandhaltung“. Sie sagen nichts über eine mögliche Bio-Herkunft aus!

EU-Bio-Siegel:
Alle verpackten Öko-Lebensmittel, die in der EU produziert wurden, müssen dieses Bio-Siegel tragen. Dadurch erfüllen sie den EU-Mindeststandard, der mindestens einmal im Jahr von einer Kontrollstelle überprüft wird. Laut den Regeln des EU BioLabels darf ein Produkt nur dann öko oder bio genannt werden, wenn es unter anderem:

  • auf chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel verzichtet wird
  • eine festgelegte Zahl an Tieren pro Quadratmeter nicht überschritten wird
  • die Tierhaltung artgerecht ist und mit Biofutter gefüttert wird
  • Antibiotika nur zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden
  • keine Gentechnik eingesetzt wird (bis zu 5 % sind erlaubt)
  • in verarbeiteten Lebensmitteln höchstens 49 Zusatzstoffe enthalten sind

Erfüllt ein Produkt die Anforderungen zu 95 %, darf es das Bio-Logo tragen.
Allerdings muss hier berücksichtigt werden, dass manche Aspekte Interpretationsspielraum lassen, etwa der Aspekt “artgerecht”. So gelten Transportwege von bis zu 24 Stunden bis zum Schlachthof oder Spaltenböden für Mastschweine als artgerecht. Auch über die Nachhaltigkeit und Regionalität eines Produkts sagt das Bio-Siegel nichts aus.

Deutsches Bio-Siegel:
Das Deutsche Bio-Siegel hat dieselbe Aussage wie die europäische Variante. Es kann freiwillig auf BioProdukten verwendet werden und stammt noch aus der Zeit vor dem EU-Bio-Siegel. Die Siegel von Anbauverbänden: Anbauverbände sind Zusammenschlüsse aus ökologisch arbeitenden und verarbeitenden Betrieben. Die Richtlinien sind also nicht staatlich vorgegeben. Vielmehr verpflichten sich die Mitglieder dazu, die gemeinsamen Richtlinien einzuhalten. Sie dürfen im Gegenzug das verbandseigene Logo zur Vermarktung nutzen. Die Regeln der Anbauverbände gehen über die vorgeschrieben EU-Bio-Richtlinien hinaus. Hier ist eine Teilumstellung nicht erlaubt. Das bedeutet, dass ein  Unternehmen nicht gleichzeitig konventionell und ökologisch wirtschaften darf. Der ganze Betrieb muss ökologisch arbeiten, um mit dem Verbandssiegel werben zu dürfen.

Bioland:
Bioland legt Wert auf das Kreislaufprinzip: Der Natur soll das zurückgegeben werden, was ihr bei der Produktion genommen wurde. So soll ein Großteil des Futters selbst hergestellt und Überdüngung vermieden werden. Die Anzahl der erlaubten Tiere auf einem Biolandhof richtet sich nach den hofeigenen Anbau- bzw. Weideflächen

Naturland:
Naturland hat vergleichsweise strenge Regeln bei den Themen Tierhaltung und Tierschutz. Kühen und Kälbern muss der Weidegang und Legehennen der ständige Auslauf gewährt werden. Naturland hat auch eigene Richtlinien für Waldnutzung, Aquakulturen und Fischzucht.

Demeter:
Die Vorgaben von Demeter gelten als die strengsten Bio-Richtlinien. Es ist der einzige Bioverband, der weltweit nach den gleichen Richtlinien arbeitet. Demeter Landwirte begreifen ihren Hof als geschlossenen Kreislauf und legen großen Wert auf den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Demeter-Höfe sind deshalb auch zur Tierhaltung verpflichtet, um ihre Düngemitteln selbst
herstellen zu können. Allerdings gibt es immer wieder Ausnahmen von gewissen Regeln. Viele bemängeln deshalb, dass die strengen Demeter-Richtlinien eher Soll-Vorschriften sind

Neben diesen bekanntesten Bio-Siegeln gibt es noch weitere, wie etwa Biopark, Biokreis, Gäa e. V. oder Ecovin. Auch viele Supermärkte haben mittlerweile ihreeigenen Bio-Label ins Leben gerufen.Aber keine Sorge: Auch sie müssen den Kriterien der EU-Öko-Verordnung entsprechen und tragen dann das EU- oder das Deutsche-Bio-Siegel.

Nachhaltig durch den Supermarkt

Wir fahren mit dem Auto zum Supermarkt, greifen zum billigeren Obst in der Plastikverpackung und kaufen am Ende doch mehr als wir wollten. Umweltfreundlich einzukaufen ist leichter gesagt und doch nicht ganz so leicht umgesetzt. Wir zeigen Dir, auf was Du im Laden achten kannst und wie Dir ein strukturierter, nachhaltiger Einkauf gelingt.


Vor dem Einkaufen:

Einkaufsliste schreiben: Damit Du wirklich nur kaufst, was Du brauchst, hilft es, eine Einkaufsliste zu schreiben. So kannst Du Lebensmittelver schwendung vermeiden und Geld sparen. Dazu empfehlen wir Dir, das Essen für einige Tage im Voraus zu planen. So weißt Du genau, was Du brauchst – und was am Ende nur ein Impulskauf ist.

Transportmittel: Am umweltfreundlichsten unterwegs bist du natürlich mit dem Rad oder zu Fuß. Für kleinere Einkäufe ist das auch sinnvoll, beim Familieneinkauf hättest Du dann aber ziemlich schwer zu schleppen. Dann kannst Du Dir vornehmen, statt vieler kleiner Einkäufe in der Woche lieber einen Großeinkauf zu erledigen.

Ausstattung: Nimm Körbe, Beutel und eigene Taschen mit, um im Laden Plastik- oder Papiertüten zu umgehen.

Obst & Gemüse:

Loses Gemüse: In der Obst- und Gemüseabteilung packst Du frische Lebensmittel wenn möglich lieber in selbst mitgebrachte Netze. Die kannst Du jahrelang verwenden und damit unnötigen Plastikmüll vermeiden.

Bio-Qualität: Biobauern dürfen keine chemisch synthetischen Pflanzenschutzmittel nutzen, um ihre Ernte vor Insekten, Pilzen oder Unkraut zu schützen. Bio Lebensmittel können deshalb dabei helfen, Umweltbelastungen zu reduzieren.

Regionale Ware: Geringere Transportwege bedeuten auch eine kürzere Kühlkette, weniger Lagerungszeit und damit einen geringeren CO2-Abdruck. In klassischen Supermärkten findest Du zwar viel Obst und Gemüse aus Deutschland; für regionale Ware lohnt sich aber auch ein Besuch auf dem Markt.

Saisonale Ware: Was nicht in der Saison in Deutschland wächst, muss teuer aus anderen Ländern beschafft werden oder ist beim Anbau in Gewächshäusern mit Heizsystemen extrem energieaufwändig. Deswegen empfehlen wir Dir, wo möglich saisonal einzukaufen.

Fleischtheke:

Fleischfreie Alternativen finden: Der
Verzicht auf tierische Produkte ist einer der größten Möglichkeiten, wie wir als Einzelpersonen positiven Einfluss  auf das Klima nehmen können. Wenn Du Dir also bewusst Tage schaffst, an denen Du (kein) Fleisch isst, kannst Du schon einen großen Beitrag leisten. Mittlerweile gibt es auch viele leckere vegetarische und vegane Alter nativen, die Dir beim Umstieg helfen könne.

Eigene Dosen mitbringen: Beim Fleischkauf selbst lieber Bio-Fleisch an der Fleischtheke holen, als die abgepackte Salami im Kühlregal. Dann kannst Du das Fleisch nämlich meist auch in Deine eigene Dosen packen lassen und Dir die Verpackung sparen.

Haltbare Lebensmittel & Getränke:
Auf Verpackung achten: Neben Biound fairen Lebensmitteln spielt auch die Verpackung eine wichtige Rolle. Wenn Du haltbare Lebensmittel in Gläsern statt Dosen kaufst, kannst Du die Verpackung danach weiterverwenden. Völlig verpackungsfrei funktioniert ein klassischer Supermarkt aber nicht. Hier wirst dafür aber im  Unverpackt-Laden fündig!

Anzahl der Fertigprodukte minimieren: Fertigprodukte sind oft in viel Plastikmüll eingepackt. Außerdem ist kaum kontrollierbar, aus welchem Land die Inhaltsstoffe möglicherweise verschifft oder eingeflogen wurden.  Deswegen ist frisch kochen die bessere Option – und schont außerdem den Geldbeutel! Frische Lebensmittel
bieten dir außerdem gute Nährstoffe.

Leitungswasser statt Sprudelwasser:
Einheimisches Mineralwasser belastet die Umwelt bis zu 100-mal mehr, als Leitungswasser. Importiertes Mineralwasser sogar bis zu 1.000-mal mehr! Wer trotzdem nicht auf Kohlensäure verzichten will, kann ganz einfach in einen Wassersprudler für zuhause investieren. Beim Flaschenkauf solltest Du außerdem auf Mehrweg- statt Einwegflaschen setzen.

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) vs. Verbrauchsdatum: Das MHD ist kein Wegwerf-Datum. Genauer gesagt zeigt es nur an, bis zu welchem Punkt ein Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften (wie Geschmack, Farbe und Konsistenz) behält. Bei richtiger Lagerung kannst Du das Produkt aber meist auch weiterhin ohne Bedenken essen. Hier gilt: Anschauen, riechen und vorsichtig probieren. Aufpassen solltest Du nur beim Verbrauchsdatum bei sehr leicht verderblichen Speisen wie Hackfleisch. Nach diesem Datum solltest Du das Produkt nicht mehr essen

Die wichtigste Regel:
Mach’ Dir keinen Druck! Den perfekten Einkauf gibt es nicht. Statt alles auf einmal zu probieren und danach  frustriert aufzugeben, kannst Du Stück für Stück umstellen. Dann wird der Einkauf nicht zum Stressfaktor und Du entdeckst immer wieder neue tolle Alternativen und Möglichkeiten, deinen Konsum nachhaltiger zu gestalten!

Schmerzfreie Menstruation dank Nachhaltigkeit?

Auch, wenn es anderes vermuten lässt – dieses Thema ist nicht nur für Frauen gedacht. Männer sind herzlich Willkommen. Vielleicht gibt es dann für den einen oder anderen sogar ein paar wertvolle AHA-Momente. Zunächst fragen sich sicher Viele: Wie soll Nachhaltigkeit dabei helfen, Menstruationsbeschwerden zu lindern? Das geht doch nicht zusammen! Naja, nach einer Recherche verbraucht eine Frau in ihrem Perioden-Leben etwa 10.000 bis 17.000 Tampons oder Binden. Konventionelle Produkte, die oft Plastik beinhalten, benötigen mehrere hundert Jahre, um zu verrotten. Herkömmliche Monatshygiene verursacht also unglaublich viel Müll, den wir auch noch unseren Ururururenkeln hinterlassen. Hinzu kommt ein zweiter Aspekt, den die wenigsten Frauen kennen: Tampons können massive Menstruationsschmerzen verursachen. Denn sie hindern das Blut am freien Abfließen und schaffen dadurch eine „Blutblockade“. Das Blut staut sich und Schmerzen entstehen. Vor allem Frauen, die sich schnell angespannt oder unter Druck fühlen, sind hiervon besonders häufig betroffen.

Zu Gunsten der Umwelt sind seit einigen Jahren Menstruationstassen im Handel. Das klingt jetzt erst mal nicht so sexy, aber mit ein wenig Übung klappt es mit dieser Alternative zu Tampons (und Binden) nach kurzer Zeit wunderbar. Und wenn der Schmerz nachlässt, ist nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen Körper geholfen.

Aber nicht nur in Sachen Menstruationshygiene kann Frau etwas für die Nachhaltigkeit tun. Auch Lebensmitteln können gleichermaßen die Ressourcen schonen als auch das Wohlbefinden der Frau steigern. Ein Großteil von Südfrüchten wie Orangen, Kiwi, Ananas etc. reisen um die halbe Welt, um bei uns auf dem Teller zu landen. Lt. diverser Statistiken wurden im Jahr 2020 rund 1,77 Millionen Tonnen tropische und subtropische Früchte nach Deutschland importiert. Dies trägt weder zu einem ökologischen Gleichgewicht bei noch fördert es die Nachhaltigkeit.

Beschwerden wie Krämpfe, Spannungsgefühl, Unwohlsein, Wut, Weinerlichkeit und vieles mehr können dadurch auftreten.
Der vermeintlich gesunde tropische Obstsalat ist also aus TCM-Ernährungssicht eher kontraproduktiv. Die TCM empfiehlt, reichlich gekochte & regionale/saisonale Nahrungsmittel zu sich zu nehmen – vor allem am Morgen. Dadurch wird die Bewegung von Blut und Qi unterstützt und somit auch das allgemeine Wohlbefinden.

Artikel von Beate Birkel


Wer mehr zum Ansatz der Traditionell Chinesischen Medizin erfahren will – vor allem mit dem Fokus Menstruation, Wechseljahre und unerfüllter Kinderwunsch, der findet viele hilfreiche Blogs sowie einen kostenlosen ZyklusSelbsttest auf www.frauenzeiten.de

Beate Birkel ist Ernährungsberaterin nach der Traditionell Chinesischen Medizin und Yogalehrerin. Sie bietet Onlinekurse zum Thema Ernährung und Entspannung an. Ihre Mission ist es, das Thema Zyklus und Frauengesundheit zu enttabuisieren und über die zahlreichen Ernährungsirrtümer aufzuklären. Ihr Ansatz ist individuell
Ihr Credo: Jede Frau hat das Recht auf einen beschwerdefreien Zyklus

Wie erkenne ich nachhaltige Sportkleidung?

Hier eine “Sustainability Collection”, da ein “Ocean Plastic” Sneaker: Unsere Sportkleidung soll gleichzeitig atmungsaktiv, funktional, bequem und schweißabsorbierend sein und seit Umweltaspekte immer wichtiger werden, am besten auch noch nachhaltig. Aber was ist an herkömmlicher Sportmode eigentlich so umweltschädlich? Was macht nachhaltige Mode wirklich aus und worauf sollte ich achten?


Warum ist Sportmode umweltschädlich?


Sportbekleidung muss hohe Anforderungen erfüllen. Schließlich wollen wir beim Wandern wasserfeste, beim Yoga dehnbare und im Fitnessstudio blickdichte Kleidung tragen. Genau das ist auch die Herausforderung: Reine Baumwolle kann das nicht
leisten. Deshalb wird bei funktionaler Kleidung oft auf leistungsfähigere, leichte Synthetik-Materialien zurückgegriffen, die mehr Chemikalien enthalten. Dabei gibt es drei grundlegende Probleme:

  1. Erdöl: Das Synthetikmaterial für Sportkleidung wird meist mithilfe von Erdöl produziert, das gravierende Schäden für die Umwelt bedeuten kann und zudem kein unendlicher Rohstoff ist. Erdölbasierte Kunstfasern sind außerdem nicht biologisch abbaubar und können nicht richtig entsorgt werden.
  2. Mikroplastik: Bei jeder Wäsche setzen die Textilien winzige Kunstfasern frei, die nicht von Waschmaschinen oder Kläranlagen herausgefiltert werden können. Sie gelangen früher oder später in unsere Gewässer und Meere und werden zur Gefahr für die Meeresbewohner. Aber auch für uns sind die Kunstfasern nicht ungefährlich: Sie können Schadstoffe enthalten, die unserer Gesundheit schaden.
  3. Ausbeutung: Auch Sportmode ist oft teil der „Fast Fashion-Industrie“. Die Kleidungsstücke werden dann meist unter menschenunwürdigen Bedingungen von Arbeiter*innen in Entwicklungsländern hergestellt.

Was ist nachhaltige Sportmode und worauf kann ich achten?


Eine eindeutige Definition für Nachhaltigkeit gibt es nicht. Am nachhaltigsten wäre es natürlich, keine Sportkleidung zu kaufen. Das ist aber kaum vermeidbar. Deshalb gilt es beim Einkauf genau hinzuschauen. Bevor Du das nächste Mal shoppst, kannst Du das Etikett nach folgenden Kriterien gegenchecken, um ein möglichst nachhaltiges Produkt zu wählen.

  • Material: Vorsicht bei Sportkleidung mit Chemiefasern wie Polyamid/ Nylon, Polyester, Elasthan/Polyurethanfasern, Polypropylen, Polyacryl, Viskose, Modalfasern, Lyocell/Tencel und Acetatfasern. Am besten setzt Du auf Naturfasern wie Bio-Baumwolle, Wolle (z.B. Merinowolle), Tierhaare (z.B. Cashmere, Alpaka), Leinen, Hanf, Jute oder Seide. Meist findest Du in Kleidungsstücken Naturfasern und Chemiefasern zusammen vor, um sie auch sporttauglich zu machen. Dann solltest Du darauf achten, dass der Naturfaseranteil möglichst hoch ist oder mit recyceltem Material gearbeitet wurde.
  • Arbeitsbedingungen & Produktionsland: Arbeitsbedingungen einzusehen ist für Verbraucher*innen schwierig bis unmöglich. Findest Du dazu online nichts, kannst Du dich grob am Produktionsland orientieren. Ist es Made in Germany, kannst Du von fairen Arbeitsbedingungen ausgehen. In der Regel sind die Arbeitsbedingungen in entwickelten Ländern besser als die in Entwicklungsländern. Hier lohnt sich außerdem ein Blick auf Aspekt drei (Siegel).
  • Siegel: Siegel können einen ersten Überblick über bestimmte Nachhaltigkeitsaspekte geben. Hier findest Du die gängigsten Siegel, die Du beim Sportbekleidungskauf findest und ihre Versprechen. Damit bist Du bestens gegen die schweißtreibende Suche nach nachhaltiger Sportkleidung gerüstet (siehe Tabelle).

GOTS (global Organic Textile Standard)

  • mindestens 70% aus biologisch erzeugten Naturfasern
  • maximal 10% konventionelle Synthetikfasern
  • Chlorbleichen untersagt
  • Umweltschutzprogramm zur Reduzierung von Abfällen und
    Abwasser
  • PVC-freies Verpackungsmaterial
  • Einhaltung des Mindestlohns

Fair Wear Foundation

  • prüft und zertifiziert Arbeitsbedingungen
  • Einhaltung sozialer Standards
  • Produkte sind nicht 100% fair produziert – Unternehmen bestätigen lediglich den Willen zu fairer Produktion
  • Materialherstellung wird ignoriert

Bluesign Produkt

  • Verzicht auf gefährliche Chemikalien
  • Kontrolle von Rohwaren
  • Überprüfung der Lieferanten und Verarbeiter
  • Beachtung von Arbeitsund Verbraucherschutz
  • sinnvoller Einsatz von
    Ressourcen
  • Vermeidung von Wasserund Luftverschmutzung

Oeko-Tex Standard 100

  • Zusammenschluss von weltweit 16 Textilforschungs- und Prüfinstituten
  • frei von gesundheitsschädlichen Schadstoffen
  • prüft Schadstoffrückstände
  • Keine Rücksicht auf faire und ökologische Produk

Oeko-Tex Made in Green:

  • schadstofffreie Textilprodukte
  • umweltfreundliche, sozialverträgliche und nachhaltige Produktion
  • detaillierte Informationen über alle Produktionsstufen der Lieferkette

Nachhaltigkeit – Was ist das?

Nachhaltigkeit begegnet uns heute tagtäglich – wenn auch auf andere Weise, als wir zuerst denken: In einem Online-Artikel hast du gerade gelesen, wie du nachhaltiger lebst, Modeketten locken mit “Sustainability”-Kollektionen und sogar nachhaltige Aktien kannst du mittlerweile kaufen. Aber was ist denn eigentlich “nachhaltig” und warum ist der Begriff so wichtig für uns geworden?

Nachhaltigkeit trendet? – Zumindest als Suchbegriff auf Google. Fast 61.000 Mal im Jahr wird das Wort in die Suchleiste getippt, gefolgt von den Anfragen “Nachhaltige Produkte”, “Nachhaltig leben” und “Nachhaltigkeit Unternehmen”. Eine klare Definition von Nachhaltigkeit ist aber kaum möglich. Der Duden spricht von einem “Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann”. Aber wie passt das jetzt zu meinen Aktien? Erstmal überhaupt nicht, denn Nachhaltigkeit hat viele Aspekte:

Erstmals geprägt wurde der Begriff vom Freiberger Oberberghauptmann Carl von Carlowitz (1645–1714), damals im Zusammenhang mit einer “klugen Art der Waldbewirtschaftung”. Erst mit der Globalisierung, Klimakrise und zuletzt Fridays for Future hat die “Nachhaltigkeit”, die Aufmerksamkeit erhalten, die sie heute hat. Mit der steigenden Verwendung des Wortes wächst der Wunsch, der Zerstörung des Planeten aktiv entgegenzuwirken und Fairness und Transparenz zu unterstützen.

Das Säulenmodell der Nachhaltigkeit

Die eine Definition gibt es also nicht. “Sustainable” (also nachhaltig) sein, kann man in verschiedenen Bereichen, die sich aber auf drei grundlegende Säulen festlegen lassen. Diese findet ihr unten in der Tabelle.

Jede:r von uns kann also in verschiedenen Bereichen nachhaltig(er) agieren. Zum Beispiel, wenn es um Ernährung, (Forst-)Wirtschaft, Tourismus, Aktien/ETFS oder auch Gesundheit geht.

Ökologische Nachhaltigkeit

Ökonomische Nachhaltigkeit

Soziale Nachhaltigkeit…

… will die Umwelt und ihre natürlichen Ressourcen bestmöglich schonen. Dazu gehören auch Tierschutz, Vermeidung von Plastikmüll oder die Reduktion von Treibhausgasen.

… heißt, gut zu wirtschaften, also Profit und Wachstum nicht um jeden Preis durchzusetzen. Zum Beispiel in Form von fairem Handel, einer langfristigen Unternehmensstrategie oder das Spenden von Gewinnen.

… rückt den Mensch in den Vordergrund. Sei es in Form von fairer Bezahlung und Berücksichtigung von Arbeitnehmer:innen-Interessen, oder Chancengleichheit.

Gesundheit und Wohlbefinden: Der Weg zum Glück

Auch wenn es um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden geht, können wir nachhaltig handeln. In den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung ist der Punkt “Gute Gesundheit und Wohlbefinden” sogar an Platz drei. Darunter ist beispielsweise definiert, dass bis 2030 die Zahl der Todesfälle und Erkrankungen durch gefährliche Chemikalien und der Verunreinigung von Luft, Wasser und Boden erheblich verringert werden soll. Außerdem soll die weltweite Müttersterblichkeit auf unter 70 je 100.000 Lebendgeburten sinken.

Diese durchaus guten Ansätze können wir allein aber schlecht umsetzen. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit im Alltag deshalb vor allem:

Dem Körper mindestens so viel Ruhe und Entspannung zu gönnen, damit er sich wieder regenerieren kann. Das gilt für Stress, Arbeit und Sportbelastung gleichermaßen. Wer immer 120 % gibt, der wird irgendwo Abstriche machen müssen – und viel zu oft ist das unser eigenes Wohlbefinden und unser eigener Körper. Wichtig ist deshalb: Gib nicht mehr, als du geben kannst. Gönn’ dir aktive UND entspannte Tage und höre auf deine Körpersignale. Krank oder geschwächt zu arbeiten ist weder nachhaltig und gesund – den Tag ausgeruht und mit vollen Kräften zu begehen hingegen schon.

 

Aus diesem und vielen weiteren Gründen, möchten wir alle Well-being Aktionen im Jahr 2022 unter dem Thema:

„Nachhaltigkeit für mich, andere und die Umwelt“ präsentieren.