Nachhaltig durch den Supermarkt
Wir fahren mit dem Auto zum Supermarkt, greifen zum billigeren Obst in der Plastikverpackung und kaufen am Ende doch mehr als wir wollten. Umweltfreundlich einzukaufen ist leichter gesagt und doch nicht ganz so leicht umgesetzt. Wir zeigen Dir, auf was Du im Laden achten kannst und wie Dir ein strukturierter, nachhaltiger Einkauf gelingt.

Vor dem Einkaufen:
Einkaufsliste schreiben: Damit Du wirklich nur kaufst, was Du brauchst, hilft es, eine Einkaufsliste zu schreiben. So kannst Du Lebensmittelver schwendung vermeiden und Geld sparen. Dazu empfehlen wir Dir, das Essen für einige Tage im Voraus zu planen. So weißt Du genau, was Du brauchst – und was am Ende nur ein Impulskauf ist.
Transportmittel: Am umweltfreundlichsten unterwegs bist du natürlich mit dem Rad oder zu Fuß. Für kleinere Einkäufe ist das auch sinnvoll, beim Familieneinkauf hättest Du dann aber ziemlich schwer zu schleppen. Dann kannst Du Dir vornehmen, statt vieler kleiner Einkäufe in der Woche lieber einen Großeinkauf zu erledigen.
Ausstattung: Nimm Körbe, Beutel und eigene Taschen mit, um im Laden Plastik- oder Papiertüten zu umgehen.
Obst & Gemüse:
Loses Gemüse: In der Obst- und Gemüseabteilung packst Du frische Lebensmittel wenn möglich lieber in selbst mitgebrachte Netze. Die kannst Du jahrelang verwenden und damit unnötigen Plastikmüll vermeiden.
Bio-Qualität: Biobauern dürfen keine chemisch synthetischen Pflanzenschutzmittel nutzen, um ihre Ernte vor Insekten, Pilzen oder Unkraut zu schützen. Bio Lebensmittel können deshalb dabei helfen, Umweltbelastungen zu reduzieren.
Regionale Ware: Geringere Transportwege bedeuten auch eine kürzere Kühlkette, weniger Lagerungszeit und damit einen geringeren CO2-Abdruck. In klassischen Supermärkten findest Du zwar viel Obst und Gemüse aus Deutschland; für regionale Ware lohnt sich aber auch ein Besuch auf dem Markt.
Saisonale Ware: Was nicht in der Saison in Deutschland wächst, muss teuer aus anderen Ländern beschafft werden oder ist beim Anbau in Gewächshäusern mit Heizsystemen extrem energieaufwändig. Deswegen empfehlen wir Dir, wo möglich saisonal einzukaufen.


Fleischtheke:
Fleischfreie Alternativen finden: Der
Verzicht auf tierische Produkte ist einer der größten Möglichkeiten, wie wir als Einzelpersonen positiven Einfluss auf das Klima nehmen können. Wenn Du Dir also bewusst Tage schaffst, an denen Du (kein) Fleisch isst, kannst Du schon einen großen Beitrag leisten. Mittlerweile gibt es auch viele leckere vegetarische und vegane Alter nativen, die Dir beim Umstieg helfen könne.
Eigene Dosen mitbringen: Beim Fleischkauf selbst lieber Bio-Fleisch an der Fleischtheke holen, als die abgepackte Salami im Kühlregal. Dann kannst Du das Fleisch nämlich meist auch in Deine eigene Dosen packen lassen und Dir die Verpackung sparen.
Haltbare Lebensmittel & Getränke:
Auf Verpackung achten: Neben Biound fairen Lebensmitteln spielt auch die Verpackung eine wichtige Rolle. Wenn Du haltbare Lebensmittel in Gläsern statt Dosen kaufst, kannst Du die Verpackung danach weiterverwenden. Völlig verpackungsfrei funktioniert ein klassischer Supermarkt aber nicht. Hier wirst dafür aber im Unverpackt-Laden fündig!
Anzahl der Fertigprodukte minimieren: Fertigprodukte sind oft in viel Plastikmüll eingepackt. Außerdem ist kaum kontrollierbar, aus welchem Land die Inhaltsstoffe möglicherweise verschifft oder eingeflogen wurden. Deswegen ist frisch kochen die bessere Option – und schont außerdem den Geldbeutel! Frische Lebensmittel
bieten dir außerdem gute Nährstoffe.
Leitungswasser statt Sprudelwasser:
Einheimisches Mineralwasser belastet die Umwelt bis zu 100-mal mehr, als Leitungswasser. Importiertes Mineralwasser sogar bis zu 1.000-mal mehr! Wer trotzdem nicht auf Kohlensäure verzichten will, kann ganz einfach in einen Wassersprudler für zuhause investieren. Beim Flaschenkauf solltest Du außerdem auf Mehrweg- statt Einwegflaschen setzen.
Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) vs. Verbrauchsdatum: Das MHD ist kein Wegwerf-Datum. Genauer gesagt zeigt es nur an, bis zu welchem Punkt ein Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften (wie Geschmack, Farbe und Konsistenz) behält. Bei richtiger Lagerung kannst Du das Produkt aber meist auch weiterhin ohne Bedenken essen. Hier gilt: Anschauen, riechen und vorsichtig probieren. Aufpassen solltest Du nur beim Verbrauchsdatum bei sehr leicht verderblichen Speisen wie Hackfleisch. Nach diesem Datum solltest Du das Produkt nicht mehr essen


Die wichtigste Regel:
Mach’ Dir keinen Druck! Den perfekten Einkauf gibt es nicht. Statt alles auf einmal zu probieren und danach frustriert aufzugeben, kannst Du Stück für Stück umstellen. Dann wird der Einkauf nicht zum Stressfaktor und Du entdeckst immer wieder neue tolle Alternativen und Möglichkeiten, deinen Konsum nachhaltiger zu gestalten!