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Plogging – Joggen mit dem Müllbeutel

Als der Schwede Erik Ahlström das erste Mal mit einem Plastiksack joggen ging, ahnte er nicht, dass er damit einen neuen Sporttrend starten würde: das Plogging. Das ist ein Kofferwort aus “plocka” (schwedisch für aufheben; pflücken) und “jogging”.Es kombiniert folglich Jogging und Müll aufsammeln. Ahlström schlug auch seiner schwedischen Laufgruppe 2016 vor, während des Joggens Abfälle aufzuheben. Seine Mitläufer waren sofort begeistert von der Idee und heute, keine sechs Jahre später, findet man PloggingGruppen auf der ganzen Welt. Kein Wunder, denn Plogging ist ansteckend: Es verbindet das gute Gefühl, etwas für die eigene Gesundheit getan zu haben, mit dem, die Welt ein
bisschen sauberer zu hinterlassen.

Der Vorteil vom Plogging:
Plogging ist wie Jogging ein Ausdauersport, der Herz-KreislaufErkrankungen und Typ II Diabetes vorbeugen kann. So zeigen auch Forschungen von Kardiologen aus Stanford, dass besonders erblich vorbelastete Menschen durch gute Ausdauer und Fitness ihr Risiko für einen Herzinfarkt um 49 Prozent verringern können! Außerdem setzt der Körper beim Joggen Glückshormone frei, sogenannte Endorphine. Laufen macht also nachgewiesen glücklich!

Durch das häufige Hinhocken beim Aufheben von Abfällen kommt beim Plogging aber noch ein weiterer, wichtiger Aspekt hinzu: Es stärkt die Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur. In-die-Knie-gehen, Vorbeugen, Bücken – das alles beansprucht Muskelgruppen am Rücken, Bauch, Gesäß, den Schultern, Armen und Oberschenkeln, die das Ausdauertraining perfekt ergänzen können.

Tipp für Dein optimales Training: Statt Dich nur zu bücken, gehe beim Müll aufsammeln tief in die Hocke und halte den Rücken gerade, um die Oberschenkel- und Gesäßmuskeln optimal zu trainieren. Auch beim Aufrichten sollte die Kraft aus den Beinen kommen.

So geht´s:

  1. Vorbereitung: Alles, was du fürs Plogging brauchst, sind deine Sportkleidung inklusive Laufschuhe und 1–2 Mülltüten. Wir empfehlen dir außerdem, stabile Handschuhe zum Müll aufheben zu verwenden. Hier eignen sich Gartenhandschuhe wunderbar. Fällt dir das Bücken schwer, gibt es Greifzangen, die das Aufheben erleichtern. Alleine ist langweilig? Mittlerweile gibt es einige Plogging-Gruppen in den sozialen Netzwerken, denen du dich anschließen kannst! Oder frag doch mal deine Arbeitskolleg*innen, Freunde oder deine Familie.
  2. Aufwärmen: Wie bei jeder Sportart solltest du dich vor deinem Lauf gut mobilisieren, um Verletzungen zu vermeiden.
  3. Ploggen: Halte beim Joggen die Augen offen: Zigarettenstummel, leere Dosen, Pflandflaschen – du wirst überrascht sein, wie schnell du deinen Müllbeutel voll bekommst! Dafür kannst Du auf unterschiedliche Weise vorgehen:
    • Du sammelst immer da Müll, wo es dich besonders stört oder besonders viel herumliegt.
    • Du sammelst in Intervallen: also beispielsweise immer einen Kilometer laufen, dann etwa drei Minuten sammeln.
  4. Entsorgen: Ist der Beutel voll und die Joggingrunde abgeschlossen, solltest du anschließend deinen Müll fachgerecht in einer Mülltonne mit Deckel entsorgen.

Ähnliche Bewegungen:

Das Gute an der neuen Bewegung: Jeder kann mitmachen. Dafür musst du auch nicht unbedingt joggen gehen! Auch das “Plycling” auf dem Fahrrad, das “Plalking” beim Laufen oder die Gassirunde mit dem Hund eignen sich für eine Runde Müll sammeln.