Zum Hauptinhalt springen

Bio-Siegel im Vergleich

kann ich vertrauen? Und was genau bedeutet bio eigentlich? Was genau bedeuten “bio” und “öko”? Wer bei Lebensmitteln mit den Begriffen „bio“ oder „öko“ wirbt, der muss die Vorgaben der EG-ÖkoVerordnung erfüllen. Sie regelt, welche Düngemittel, Futtermittel und Pflanzenschutzmittel für ökologischen Landbau zugelassen sind, wie viele Tiere auf wie viel Raum gehalten werden dürfen oder wie viele Zusatzstoffe erlaubt sind. Das unterscheidet die Produkte klar von konventionellen Erzeugnissen. Alle Bio-Siegel müssen diese Anforderungen erfüllen, viele gehen noch darüber hinaus. Aber Achtung, das gilt nur für Lebensmittel! Bei Kosmetik, Körperpflege, Kleidung und Reinigungsmitteln ist nicht klar geregelt, was „bio“ ist und was nicht. In diesem Fall orientierst du dich lieber an anderen Siegeln.

Die Formulierung: Heißt “natürlich” auch bio?

Aufgepasst, hier tricksen die Unternehmen gerne.  Rechtlich geschützt sind nur die Begriffe “öko(logisch)”, “bio(logisch)”, “aus (kontrolliert) ökologischem Anbau” oder “biologisch-dynamisch”. Nicht geschützt hingegen sind Begriffe wie “natürlich“ oder “naturnah“, “naturbelassen”, “unbehandelt“, “schadstoffkontrolliert“, “aus Vertragsanbau“, „aus integriertem Anbau“, “aus umweltschonender Landwirtschaft“ oder „aus Freilandhaltung“. Sie sagen nichts über eine mögliche Bio-Herkunft aus!

EU-Bio-Siegel:
Alle verpackten Öko-Lebensmittel, die in der EU produziert wurden, müssen dieses Bio-Siegel tragen. Dadurch erfüllen sie den EU-Mindeststandard, der mindestens einmal im Jahr von einer Kontrollstelle überprüft wird. Laut den Regeln des EU BioLabels darf ein Produkt nur dann öko oder bio genannt werden, wenn es unter anderem:

  • auf chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel verzichtet wird
  • eine festgelegte Zahl an Tieren pro Quadratmeter nicht überschritten wird
  • die Tierhaltung artgerecht ist und mit Biofutter gefüttert wird
  • Antibiotika nur zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden
  • keine Gentechnik eingesetzt wird (bis zu 5 % sind erlaubt)
  • in verarbeiteten Lebensmitteln höchstens 49 Zusatzstoffe enthalten sind

Erfüllt ein Produkt die Anforderungen zu 95 %, darf es das Bio-Logo tragen.
Allerdings muss hier berücksichtigt werden, dass manche Aspekte Interpretationsspielraum lassen, etwa der Aspekt “artgerecht”. So gelten Transportwege von bis zu 24 Stunden bis zum Schlachthof oder Spaltenböden für Mastschweine als artgerecht. Auch über die Nachhaltigkeit und Regionalität eines Produkts sagt das Bio-Siegel nichts aus.

Deutsches Bio-Siegel:
Das Deutsche Bio-Siegel hat dieselbe Aussage wie die europäische Variante. Es kann freiwillig auf BioProdukten verwendet werden und stammt noch aus der Zeit vor dem EU-Bio-Siegel. Die Siegel von Anbauverbänden: Anbauverbände sind Zusammenschlüsse aus ökologisch arbeitenden und verarbeitenden Betrieben. Die Richtlinien sind also nicht staatlich vorgegeben. Vielmehr verpflichten sich die Mitglieder dazu, die gemeinsamen Richtlinien einzuhalten. Sie dürfen im Gegenzug das verbandseigene Logo zur Vermarktung nutzen. Die Regeln der Anbauverbände gehen über die vorgeschrieben EU-Bio-Richtlinien hinaus. Hier ist eine Teilumstellung nicht erlaubt. Das bedeutet, dass ein  Unternehmen nicht gleichzeitig konventionell und ökologisch wirtschaften darf. Der ganze Betrieb muss ökologisch arbeiten, um mit dem Verbandssiegel werben zu dürfen.

Bioland:
Bioland legt Wert auf das Kreislaufprinzip: Der Natur soll das zurückgegeben werden, was ihr bei der Produktion genommen wurde. So soll ein Großteil des Futters selbst hergestellt und Überdüngung vermieden werden. Die Anzahl der erlaubten Tiere auf einem Biolandhof richtet sich nach den hofeigenen Anbau- bzw. Weideflächen

Naturland:
Naturland hat vergleichsweise strenge Regeln bei den Themen Tierhaltung und Tierschutz. Kühen und Kälbern muss der Weidegang und Legehennen der ständige Auslauf gewährt werden. Naturland hat auch eigene Richtlinien für Waldnutzung, Aquakulturen und Fischzucht.

Demeter:
Die Vorgaben von Demeter gelten als die strengsten Bio-Richtlinien. Es ist der einzige Bioverband, der weltweit nach den gleichen Richtlinien arbeitet. Demeter Landwirte begreifen ihren Hof als geschlossenen Kreislauf und legen großen Wert auf den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Demeter-Höfe sind deshalb auch zur Tierhaltung verpflichtet, um ihre Düngemitteln selbst
herstellen zu können. Allerdings gibt es immer wieder Ausnahmen von gewissen Regeln. Viele bemängeln deshalb, dass die strengen Demeter-Richtlinien eher Soll-Vorschriften sind

Neben diesen bekanntesten Bio-Siegeln gibt es noch weitere, wie etwa Biopark, Biokreis, Gäa e. V. oder Ecovin. Auch viele Supermärkte haben mittlerweile ihreeigenen Bio-Label ins Leben gerufen.Aber keine Sorge: Auch sie müssen den Kriterien der EU-Öko-Verordnung entsprechen und tragen dann das EU- oder das Deutsche-Bio-Siegel.