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Wie erkenne ich nachhaltige Sportkleidung?

Hier eine “Sustainability Collection”, da ein “Ocean Plastic” Sneaker: Unsere Sportkleidung soll gleichzeitig atmungsaktiv, funktional, bequem und schweißabsorbierend sein und seit Umweltaspekte immer wichtiger werden, am besten auch noch nachhaltig. Aber was ist an herkömmlicher Sportmode eigentlich so umweltschädlich? Was macht nachhaltige Mode wirklich aus und worauf sollte ich achten?


Warum ist Sportmode umweltschädlich?


Sportbekleidung muss hohe Anforderungen erfüllen. Schließlich wollen wir beim Wandern wasserfeste, beim Yoga dehnbare und im Fitnessstudio blickdichte Kleidung tragen. Genau das ist auch die Herausforderung: Reine Baumwolle kann das nicht
leisten. Deshalb wird bei funktionaler Kleidung oft auf leistungsfähigere, leichte Synthetik-Materialien zurückgegriffen, die mehr Chemikalien enthalten. Dabei gibt es drei grundlegende Probleme:

  1. Erdöl: Das Synthetikmaterial für Sportkleidung wird meist mithilfe von Erdöl produziert, das gravierende Schäden für die Umwelt bedeuten kann und zudem kein unendlicher Rohstoff ist. Erdölbasierte Kunstfasern sind außerdem nicht biologisch abbaubar und können nicht richtig entsorgt werden.
  2. Mikroplastik: Bei jeder Wäsche setzen die Textilien winzige Kunstfasern frei, die nicht von Waschmaschinen oder Kläranlagen herausgefiltert werden können. Sie gelangen früher oder später in unsere Gewässer und Meere und werden zur Gefahr für die Meeresbewohner. Aber auch für uns sind die Kunstfasern nicht ungefährlich: Sie können Schadstoffe enthalten, die unserer Gesundheit schaden.
  3. Ausbeutung: Auch Sportmode ist oft teil der „Fast Fashion-Industrie“. Die Kleidungsstücke werden dann meist unter menschenunwürdigen Bedingungen von Arbeiter*innen in Entwicklungsländern hergestellt.

Was ist nachhaltige Sportmode und worauf kann ich achten?


Eine eindeutige Definition für Nachhaltigkeit gibt es nicht. Am nachhaltigsten wäre es natürlich, keine Sportkleidung zu kaufen. Das ist aber kaum vermeidbar. Deshalb gilt es beim Einkauf genau hinzuschauen. Bevor Du das nächste Mal shoppst, kannst Du das Etikett nach folgenden Kriterien gegenchecken, um ein möglichst nachhaltiges Produkt zu wählen.

  • Material: Vorsicht bei Sportkleidung mit Chemiefasern wie Polyamid/ Nylon, Polyester, Elasthan/Polyurethanfasern, Polypropylen, Polyacryl, Viskose, Modalfasern, Lyocell/Tencel und Acetatfasern. Am besten setzt Du auf Naturfasern wie Bio-Baumwolle, Wolle (z.B. Merinowolle), Tierhaare (z.B. Cashmere, Alpaka), Leinen, Hanf, Jute oder Seide. Meist findest Du in Kleidungsstücken Naturfasern und Chemiefasern zusammen vor, um sie auch sporttauglich zu machen. Dann solltest Du darauf achten, dass der Naturfaseranteil möglichst hoch ist oder mit recyceltem Material gearbeitet wurde.
  • Arbeitsbedingungen & Produktionsland: Arbeitsbedingungen einzusehen ist für Verbraucher*innen schwierig bis unmöglich. Findest Du dazu online nichts, kannst Du dich grob am Produktionsland orientieren. Ist es Made in Germany, kannst Du von fairen Arbeitsbedingungen ausgehen. In der Regel sind die Arbeitsbedingungen in entwickelten Ländern besser als die in Entwicklungsländern. Hier lohnt sich außerdem ein Blick auf Aspekt drei (Siegel).
  • Siegel: Siegel können einen ersten Überblick über bestimmte Nachhaltigkeitsaspekte geben. Hier findest Du die gängigsten Siegel, die Du beim Sportbekleidungskauf findest und ihre Versprechen. Damit bist Du bestens gegen die schweißtreibende Suche nach nachhaltiger Sportkleidung gerüstet (siehe Tabelle).

GOTS (global Organic Textile Standard)

  • mindestens 70% aus biologisch erzeugten Naturfasern
  • maximal 10% konventionelle Synthetikfasern
  • Chlorbleichen untersagt
  • Umweltschutzprogramm zur Reduzierung von Abfällen und
    Abwasser
  • PVC-freies Verpackungsmaterial
  • Einhaltung des Mindestlohns

Fair Wear Foundation

  • prüft und zertifiziert Arbeitsbedingungen
  • Einhaltung sozialer Standards
  • Produkte sind nicht 100% fair produziert – Unternehmen bestätigen lediglich den Willen zu fairer Produktion
  • Materialherstellung wird ignoriert

Bluesign Produkt

  • Verzicht auf gefährliche Chemikalien
  • Kontrolle von Rohwaren
  • Überprüfung der Lieferanten und Verarbeiter
  • Beachtung von Arbeitsund Verbraucherschutz
  • sinnvoller Einsatz von
    Ressourcen
  • Vermeidung von Wasserund Luftverschmutzung

Oeko-Tex Standard 100

  • Zusammenschluss von weltweit 16 Textilforschungs- und Prüfinstituten
  • frei von gesundheitsschädlichen Schadstoffen
  • prüft Schadstoffrückstände
  • Keine Rücksicht auf faire und ökologische Produk

Oeko-Tex Made in Green:

  • schadstofffreie Textilprodukte
  • umweltfreundliche, sozialverträgliche und nachhaltige Produktion
  • detaillierte Informationen über alle Produktionsstufen der Lieferkette