Long COVID – Anzeichen
Anhaltende Erschöpfung, Atembeschwerden, Schlafstörungen: Auch nach einer COVID-19-Erkrankung können bestimmte Symptome bleiben oder sich neu entwickeln. Dann sprechen wir von Long COVID. Aber was genau ist Long COVID, woran erkennst du, ob du selbst betroffen sein könntest und wie kannst du dir Hilfe suchen?
Was ist Long COVID?
Bei Long COVID treten auch nach der Erkrankung mit dem Coronavirus längerfristige gesundheitliche Beschwerden auf. Diese gehen dann über die akute Krankheitsphase von vier Wochen hinaus und können noch Wochen oder sogar Monate anhalten. Betroffene fühlen sich immernoch müde, haben Atembeschwerden oder Konzentrationsschwierigkeiten. Manchmal treten auch nach der Infektion noch gänzlich neue Symptome auf. Sind nach 12 Wochen immernoch Symptome spürbar, spricht man streng genommen von Post COVID. Oft wird aber trotzdem weiterhin der Begriff Long COVID verwendet. Die genauen Ursachen von Long COVID sind noch unklar, es wird aber angenommen, dass es durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann.
Beschwerden
Die Beschwerden bei Long COVID sind nicht einheitlich, lassen sich aber zu verschiedenen Symptomkomplexen zusammenfassen
1. Chronische Mündikeit und Belastungsintoleranz
Long COVID führt bei vielen Betroffenen zu anhaltender Schwäche und Erschöpfung (Fatigue). Diese Fatigue geht oft mit einer Belastungsintoleranz einher, bei der schon leichte körperliche oder geistige Anstrengungen zur Verstärkung der Beschwerden führen können
2. Lungen- und Atembeschwerden
Etwa 60 Prozent der Long-COVID-Betroffenen haben Beschwerden, die die Lunge betreffen, wie anhaltender Husten und Atemnot. Die Atemnot kann sowohl in Ruhephasen als auch unter leichter Belastung auftreten, beispielsweise beim Treppensteigen. Betroffene haben dann häufig ein beklemmendes Gefühl in der Brust und können nicht mehr tief einatmen.
3. Herz-Kreislauf-Beschwerden
Long COVID kann das Herz schädigen und zu Brustschmerzen oder Herzstolpern führen. Außerdem können Schäden an Blutgefäßen auftreten oder vermehrt Thrombosen auftreten. Personen mit Bluthochdruck oder koronaren Vorerkrankungen sind besonders gefährdet.
4. Gehirn- und Nervenbeschwerden (kognitive und
neurologische Symptome)
Bei manchen Betroffenen treten kognitive Beschwerden auf, wie Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen und Konzentrationsprobleme. Manche haben auch Schwierigkeiten beim Sprechen und erleben ein “Nebelgefühl im Gehirn”
5. Diabetes Typ 2
Studien deuten darauf hin, dass COVID-19 eine mögliche Ursache für das Auftreten von Diabetes Typ 2 sein könnte, sowohl als neu auftretende Krankheit als auch in Verbindung mit Diabetes Typ 1.
Weitere Langzeitfolgen
Weitere Erkrankungen und Beschwerden, die mit Long COVID in Verbindung stehen könnten sind Autoimmunerkrankungen, Venenthrombosen, Erektionsstörungen,
Menstruationsbeschwerden oder Tinnitus. Allerdings ist zu beachten: Welche Langzeitfolgen wirklich auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus zurückzuführen sind, ist noch nicht endgültig geklärt. Auch über die Häufigkeit und Kombinationen der Beschwerden ist bisher wenig
bekannt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten derzeit daran, die Zusammenhänge zu verstehen und Betroffenen entsprechend zu helfen
Was kann ich tun, wenn ich Symptome von Long COVID habe?
Wenn du an dir selbst Symptome von Long COVID feststellst, solltest du dich zuerst an deinen Hausarzt oder deine Hausärztin wenden. Hier kannst du entweder sofort Hilfe erhalten, oder aber du wirst an eine Facharztpraxis überwiesen. Spezielle Anlaufstellen findest du auch über das Service-Telefon des Bundesministerium für Gesundheit (030-340606604). Weitere Informationen zum Thema findest du unter BMG – longcovid.