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Barfußschuhe: Was bringt das eigentlich?

Was ist das Besondere an Barfußschuhen?

Barfußschuhe imitieren das Barfußlaufen. Sie haben eine sehr dünne und flexible Sohle, weder Fußbett noch Absatz und der vordere Teil des Schuhs ist der natürlich runden Form des Fußes angepasst. Sie haben außerdem keine Sprengung, also keinen Höhenunterschied zwischen Vorfuß und Ferse. Dadurch kannst du beim Laufen den Untergrund deutlich stärker spüren als mit dicken Sohlen, bist aber gleichzeitig vor Schmutz, Nässe und spitzen Objekten geschützt. Barfußschuhe sind sehr leicht und fühlen sich deshalb so an, als würdest du ohne Schuhe gehen.  

Warum sind Barfußschuhe so vorteilhaft?

Wenn du im Sommer barfuß läufst, wird dir sicher schon aufgefallen sein, dass sich das ganz anders anfühlt als in Schuhen. Viele beschreiben das Laufen dann als intensiver, aber auch anstrengender. Das liegt daran, dass wir durch das Laufen in normalen Schuhen unsere Fußmuskulatur nur teilweise und eher passiv trainieren. Fällt die Stützfunktion des Schuhs weg, müssen die Füße die Arbeit selbst machen, die Muskeln werden bei jedem Schritt aktiv trainiert. Deine Füße werden beim Barfußgehen deutlich stärker gefordert, sich an die Unregelmäßigkeiten des Untergrunds anzupassen. Außerdem haben deine Zehen ausreichend Platz, um sich zu entfalten. Diese Bewegungsfreiheit kann helfen, die Balance zu halten und den Gleichgewichtssinn zu schulen. Barfußgehen kann also extrem förderlich sein: Es stärkt die Fußmuskulatur, fördert Gleichgewicht und eine gesunde Gehtechnik, verbessert die Sensomotorik und die Blutzirkulation in den Füßen.

Warum also laufen wir nicht längst alle barfuß? Es gibt da ein Problem: Unsere heutige Infrastruktur erschwert das Laufen auf nackten Fußsohlen. Heißes Pflaster im Sommer oder scharfkantige Gegenstände auf der Straße erschweren das Barfußlaufen. Dann können Barfußschuhe eine echte Alternative darstellen!

Aber: Nicht für jeden sind Barfußschuhe geeignet. Haben deine Füße etwa eine starke Fehlstellung, kann intensives Barfußlaufen diese Probleme noch verstärken. Wenn Du mit einer Stoffwechselkrankheit wie Diabetes oder einer Erkrankung des Nervensystems wie Polyneuropathie lebst, solltest du vorsichtig sein. Dann kann es nämlich passieren, dass du im Ernstfall nicht merkst, wenn du dich beim Barfußlaufen verletzt oder deine Füße zu sehr beansprucht. Bei starkem Übergewicht sind Barfußschuhe ebenfalls nicht zu empfehlen.

Auf was Du nach dem Kauf achten solltest:

Hast du dir dein erstes Paar Barfußschuhe zugelegt, solltest du dich langsam und schrittweise an das Tragen im Alltag gewöhnen (wie beim Training). Nicht übertreiben! Muskelkater in den Beinen ist beispielsweise ein Zeichen dafür, eine Barfuß-Pause einzulegen. Hast du Schmerzen in den Füßen, Knien oder Rückenschmerzen, solltest du mit einem Orthopäden bzw. einem Arzt sprechen. Am besten lässt du dich schon beim Kauf der Schuhe von Fachpersonal beraten.