Akupressur – Massage zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte
Akupressur – was ist das?
Die Akupressur ist eine alternative Heilmethode, die ihren Ursprung vor 6.000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) findet. Sie ist eng verbunden mit den Methoden von Shiatsu und der Akupunktur. Allerdings geht es hier, anders als beim Schwesterverfahren Akupunktur, nicht darum, bestimmte Punkte des
Körpers mit Nadelstichen zu aktivieren. Die Akupressur kommt mit dem gezieltem Druck von Daumen, Handballen, Ellbogen, Knien, Füßen oder technischen Hilfsmitteln aus und wird
für ein breites Feld an mentalen und körperlichen Krankheiten, Beschwerden und Problemen verwendet. Ziel
ist es, durch die Druckpunkte die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. Akupressur wird genauso gerne zur gezielten Muskelentspannung eingesetzt, etwa bei Rückenoder Nackenschmerzen.
Glaubensgrundsätze hinter der Akupressur
Schlüsselbegriff, bei allen Formen der traditionellen chinesischen Medizin, ist das sogenannte Qi (Lebensenergie), das innerhalb von Meridianen (definierten Leitbahnen) durch den Körper fließt. Laut TCM werden beispielsweise chronische Erkrankungen durch einen Qi-Mangel und akute Leiden durch einen Qi-Überschuss verursacht. Die Heilmethode Akupressur ist dazu da, das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen und die Lebensenergie ungehindert fließen zu lassen. So besitzt jeder Meridian viele verschiedene Druckpunkte, an denen sich das Qi mittels bestimmter Drucktechniken anregen oder dämpfen lässt.
Akupressur durchführen: 3 Übungen für Zuhause
Auch Zuhause ist eine Selbsttherapie mit Akupressur durchaus möglich. Dafür ist es aber wichtig, die genauen
Stellen der Akupressurpunkte zu kennen. Diese befinden sich meist in der Nähe des Schmerzbereichs. Auf diese wird dann für 60 bis maximal 120 Sekunden anhaltender Druck ausgeübt, bis der Schmerz langsam
nachlässt. Für komplizierte oder schwerwiegende Beschwerden, sollte
man deshalb nicht auf eigene Faust handeln, sondern lieber die Unterstützung eines erfahrenen Arztes, Therapeuten oder Heilpraktikers in Anspruch nehmen. Wir haben dennoch drei Übungen für dich notiert, die du auch ganz einfach und ohne Equipment, alleine Zuhause nachmachen kannst:
1. Stress
Ein guter Punkt für die Stressbewältigung ist der ‘Taichong’. Hierfür suchst du den Punkt in der Vertiefung zwischen dem großen und zweitgrößten Zeh, in etwa drei Fingerbreit Richtung Knöchel aufwärts. Eine kreisförmige Massage des Punktes kann auch gegen Nervosität, Wut oder Kopf- und Menstruationsschmerzen helfen
2. Kopf- und Nackenschmerzen
Hierfür kannst du den GB20-Punkt (Fengchi) aktivieren. Der liegt jeweils links und rechts an der Schädelbasis (Hinterkopf), einen Daumen breit neben der Wirbelsäule, in der Vertiefung zwischen Nacken und Ohr.
3. Ohrschmerzen/ Tinnitus:
Den sogenannten ‘Tinggong’-Punkt ertastet Du am leichtesten beim Öffnen des Mundes. Dann macht sich nämlich eine Vertiefung mittig, kurz vor dem Ohr bemerkbar. Druckausübung kann hier bei Ohrenbeschwerden, Tinnitus oder Hörproblemen helfen.