Tag 1

All About Achtsamkeit: Alles, was du wissen musst

Hast du jemals das Gefühl gehabt, nur noch zu funktionieren, ohne wirklich präsent zu sein? Der Alltag rauscht an dir vorbei, während du von einer Aufgabe zur nächsten hetzt? Mit Achtsamkeit kannst du diesen „Autopiloten“ durchbrechen und wieder mehr Klarheit, Gelassenheit und Dankbarkeit in dein Leben bringen. Achtsamkeit – das hört sich ja zunächst einmal nach einer komplizierten Technik oder einem neuen Trend an. Dabei ist es viel einfacher als es klingt!

Doch was bedeutet Achtsamkeit eigentlich?

Bei Achtsamkeitstechniken geht es darum, innezuhalten, sich auf den gegenwärtigen Augenblick zu konzentrieren und bewusst wahrzunehmen, was um uns herum und in uns passiert – ohne zu urteilen. Grossmann (2006) beschreibt Achtsamkeit (engl. mindfulness) als „Bewusstsein und Aufmerksamkeit für gegenwärtige Erfahrungen“. Dieser bewusste Fokus auf den Augenblick hilft uns, aus unseren gewohnten Verhaltensmustern und dem „Autopiloten“ auszubrechen, der uns oft durch den Alltag leitet. Kabat-Zinn (1990) bringt die Essenz der Achtsamkeit auf den Punkt: „Present moment, on purpose and nonjudgemental.“

Achtsamkeit hat ihre Wurzeln im Buddhismus und hat in den letzten Jahrzehnten auch im Westen immer mehr Beliebtheit gewonnen. Sie wird zunehmend in therapeutischen und präventiven Kontexten eingesetzt (Kabat-Zinn, 2007). Achtsamkeit ist weniger eine festgelegte Methode, sondern eher ein Potenzial, das jedem Menschen innewohnt und weiterentwickelt werden kann.

Achtsamkeit ist immer

  • Auf den aktuellen Moment ausgerichtet: Anstatt in automatischen Reaktionen oder gedanklich in der Vergangenheit oder Zukunft zu verweilen, geht es darum, den gegenwärtigen Augenblick wahrzunehmen.
  • Absichtsvoll: Es erfordert eine bewusste Entscheidung, sich dem Moment zuzuwenden, anstatt in Selbstvergessenheit oder Ablenkung zu verharren.
  • Nicht-wertend: Erfahrungen werden nicht in „gut“ oder „schlecht“ kategorisiert, sondern einfach so angenommen, wie sie sind. Diese Haltung reduziert Stress und fördert Gelassenheit.

Was Achtsamkeit bewirkt

Mittlerweile wurden hunderte Studien zu Achtsamkeit und ihren positiven Effekten sowie Anwendungsbereichen durchgeführt. Dabei konnte gezeigt werden, dass Achtsamkeitspraktiken bei einer Vielzahl von Krankheitsbildern hilfreich sind, wie beispielsweise Stress, Burnout, Depressionen, Schmerzbewältigung, Krebs, Suchtverhalten und viele mehr. Wer regelmäßig Achtsamkeit praktiziert, entwickelt mehr innere Ruhe und Gelassenheit und hat eine klarere Sicht der Dinge. Auf körperlicher Ebene zeigt sich Achtsamkeit in einer verbesserten Herz-Kreislauf-Gesundheit, unter anderem durch die Senkung des Blutdrucks und die Verringerung von Stresshormonen wie Cortisol. Achtsamkeit kann zudem Schlafprobleme lindern, indem sie das ständige Gedankenkarussell, das häufig die Ursache für Schlafstörungen ist, zur Ruhe bringt.

Es braucht nicht viel, um Achtsamkeitstechniken in den Alltag zu integrieren und ihn bewusst und achtsam zu gestalten. Kleine Rituale können Wunder wirken und uns daran erinnern, präsent zu bleiben. Wir laden dich herzlich dazu ein, die positiven Veränderungen von Achtsamkeit selbst zu erleben. In einigen unserer Online-Programme zur mentalen Gesundheit (z. B. „MindFit“) findet ihr zahlreiche Achtsamkeits-Übungen und Anleitungen. Unser neues Programm „Achtsamer Jahresausklang“ bietet die perfekte Gelegenheit, das Jahr achtsam ausklingen zu lassen und uns darauf zu konzentrieren, was wir jetzt brauchen, um gestärkt ins neue Jahr zu starten. 

Quellen: 

Grossmann P, Niemann L, Schmidt S und Walach H. (2006) Ergebnisse einer Metaanalyse zur Achtsamkeit als klinischer Intervention. In: Achtsamkeit und Akzeptanz in der Psychotherapie. dgvt, Tübingen.

Kabat-Zinn, J. (1990): Gesund durch Meditation. O. W. Barth Verlag, München.

Kabat-Zinn, J. (2007): Im Alltag Ruhe finden. Fischer Verlag, Frankfurt.