Nachhaltigkeit – Was ist das?
Nachhaltigkeit begegnet uns heute tagtäglich – wenn auch auf andere Weise, als wir zuerst denken: In einem Online-Artikel hast du gerade gelesen, wie du nachhaltiger lebst, Modeketten locken mit “Sustainability”-Kollektionen und sogar nachhaltige Aktien kannst du mittlerweile kaufen. Aber was ist denn eigentlich “nachhaltig” und warum ist der Begriff so wichtig für uns geworden?
Nachhaltigkeit trendet? – Zumindest als Suchbegriff auf Google. Fast 61.000 Mal im Jahr wird das Wort in die Suchleiste getippt, gefolgt von den Anfragen “Nachhaltige Produkte”, “Nachhaltig leben” und “Nachhaltigkeit Unternehmen”. Eine klare Definition von Nachhaltigkeit ist aber kaum möglich. Der Duden spricht von einem “Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann”. Aber wie passt das jetzt zu meinen Aktien? Erstmal überhaupt nicht, denn Nachhaltigkeit hat viele Aspekte:
Erstmals geprägt wurde der Begriff vom Freiberger Oberberghauptmann Carl von Carlowitz (1645–1714), damals im Zusammenhang mit einer “klugen Art der Waldbewirtschaftung”. Erst mit der Globalisierung, Klimakrise und zuletzt Fridays for Future hat die “Nachhaltigkeit”, die Aufmerksamkeit erhalten, die sie heute hat. Mit der steigenden Verwendung des Wortes wächst der Wunsch, der Zerstörung des Planeten aktiv entgegenzuwirken und Fairness und Transparenz zu unterstützen.
Das Säulenmodell der Nachhaltigkeit
Die eine Definition gibt es also nicht. “Sustainable” (also nachhaltig) sein, kann man in verschiedenen Bereichen, die sich aber auf drei grundlegende Säulen festlegen lassen. Diese findet ihr unten in der Tabelle.
Jede:r von uns kann also in verschiedenen Bereichen nachhaltig(er) agieren. Zum Beispiel, wenn es um Ernährung, (Forst-)Wirtschaft, Tourismus, Aktien/ETFS oder auch Gesundheit geht.
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Ökologische Nachhaltigkeit … |
Ökonomische Nachhaltigkeit … |
Soziale Nachhaltigkeit… |
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… will die Umwelt und ihre natürlichen Ressourcen bestmöglich schonen. Dazu gehören auch Tierschutz, Vermeidung von Plastikmüll oder die Reduktion von Treibhausgasen. |
… heißt, gut zu wirtschaften, also Profit und Wachstum nicht um jeden Preis durchzusetzen. Zum Beispiel in Form von fairem Handel, einer langfristigen Unternehmensstrategie oder das Spenden von Gewinnen. |
… rückt den Mensch in den Vordergrund. Sei es in Form von fairer Bezahlung und Berücksichtigung von Arbeitnehmer:innen-Interessen, oder Chancengleichheit. |
Gesundheit und Wohlbefinden: Der Weg zum Glück
Auch wenn es um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden geht, können wir nachhaltig handeln. In den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung ist der Punkt “Gute Gesundheit und Wohlbefinden” sogar an Platz drei. Darunter ist beispielsweise definiert, dass bis 2030 die Zahl der Todesfälle und Erkrankungen durch gefährliche Chemikalien und der Verunreinigung von Luft, Wasser und Boden erheblich verringert werden soll. Außerdem soll die weltweite Müttersterblichkeit auf unter 70 je 100.000 Lebendgeburten sinken.
Diese durchaus guten Ansätze können wir allein aber schlecht umsetzen. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit im Alltag deshalb vor allem:
Dem Körper mindestens so viel Ruhe und Entspannung zu gönnen, damit er sich wieder regenerieren kann. Das gilt für Stress, Arbeit und Sportbelastung gleichermaßen. Wer immer 120 % gibt, der wird irgendwo Abstriche machen müssen – und viel zu oft ist das unser eigenes Wohlbefinden und unser eigener Körper. Wichtig ist deshalb: Gib nicht mehr, als du geben kannst. Gönn’ dir aktive UND entspannte Tage und höre auf deine Körpersignale. Krank oder geschwächt zu arbeiten ist weder nachhaltig und gesund – den Tag ausgeruht und mit vollen Kräften zu begehen hingegen schon.